Die Berufseuropameisterschaft „EuroSkills 2010“ in Lissabon
   
 

Georg Weißmüller aus Hünfeld in Hessen wird Europameister im Fliesenlegerhandwerk

 

  • Und am Ende war es doch Gold!

Jeder Berufswettbewerb, ob auf Innungsebene und bei internationalen Starts, ist ein Wechselbad der Gefühle für den Teilnehmer. Denn es gilt, Bestleistungen zu zeigen und zugleich die Nerven zu behalten. Höhen und Tiefen gehören zu einem Wettbewerb dazu. Von einem Moment zum anderen wird aus einem euphorischen Gefühl, gute Leistung gezeigt zu haben, eine niederschmetternde Stimmung, wenn die anderen um einen herum plötzlich auch fertig werden oder einfach nur selbstbewusster auftreten. Doch das ist nichts gegen das Wechselbad der Gefühle, die der 22jährige Fliesenlegergeselle Georg Weißmüller aus dem hessischen Hünfeld bei der Europameisterschaft der Berufe „EuroSkills“ im Dezember 2010 in Portugal erlebte.

Zuversichtlich und siegessicher freute er sich auf die Siegerehrung in Lissabon. Er wurde auf die Bühne gebeten und dann? Der dritte Platz wurde verkündet, Weißmüller bekam aber eine Silbermedaille um den Hals gehängt. Die große Freude blieb aus. Das deutsche Team hatte mit mehr gerechnet - mit einem Platz ganz oben. Das Silber bestätigte sich. Doch die Enttäuschung vor Ort war groß. Auch der deutsche Experte Marco Wiebusch war über das verkündete Ergebnis irritiert. Bei der Wertung zusammen mit seinen Fliesenlegerkollegen war etwas anderes herausgekommen. Es begann eine lange Suche nach Klärung, was passiert war.

Am Ende war es ein Fehler bei der Eingabe der handschriftlich von den Experten ausgefüllten Bewertungsbögen in den zentralen Ergebniscomputer. Und der führte in gut einen Monat nach der Europameisterschaft doch noch zu einem Freudensprung. Gold für Georg Weißmüller und das deutsche Fliesenlegerhandwerk.

Das anfängliche Gefühl von Weißmüller, sich als bester Fliesenleger in Europa erwiesen zu haben, stimmte. Georg Weißmüller konnte nicht nur auf seine Erfahrungen als Geselle im vierten Jahr zurückgreifen, sondern hatte im Vorfeld der EM noch jede Menge Tipps von Fliesenlegermeister Günther Kropf aus Burghaslach bekommen. Aber auch der nicht so fachkundige Zuschauer konnte erkennen, dass beim deutschen Wettbewerbsstück alles stimmte. Präzision und Genauigkeit prägten seine gefliesten Wände und den Boden. „Es war einfach eine saubere Fliesenlegerarbeit“, so schätzte es auch Hans-Josef Aretz, Vorsitzender des Fachverbandes Fliesen und Naturstein im ZDB, schon während des Wettbewerbs in Lissabon ein und musste den jungen Berufskollegen nach der Siegerehrung entsprechend aufmuntern. Aber auch die Aussage von Marco Wiebusch, dass einige Punkte beim Zusammenzählen fehlten, bestätigte sich.

 

 
 

  Weißmüller beim Arbeiten                 Weißmüller und seine fertige Arbeit
                  
 
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